Wie alles begann…
Als erstes stand ich vor der Frage «Wo soll ich meine Dateien speichern?».
Ich besass eine Menge von Filmen, Musik und anderen Dateien, die meinen PC füllten oder verstreut auf externen HDDs lagen. Zuerst probierte ich es mit einem Raspberry Pi und einer externen Festplatte. Eigentlich sind das ja ganz coole Geräte, wenn nur nicht die Leistung so begrenzt wäre. Auch der Support von ARM war nicht so breit wie bei x64/x86. Später stieg ich auf ein NAS von Synology um. Leider hatte ich beim Kauf nicht genug aufgepasst und mir ein Modell gekauft, welches keine VMs hosten kann. Schlussendlich habe ich mir mein eigenes NAS zusammengebaut und mit dem Resultat bin ich mehr als zufrieden.
Die Cloud
Nun, habe ich einen Platz, um meine Dateien zentral abzulegen. Platz ist dafür mehr als genug. Der Zugriff auf das NAS vom PC aus funktioniert wunderbar. Aber ich habe ja noch ein Smartphone, von dem ich auch gerne auf manche Sachen zugreifen möchte. Zusätzlich befinden sich dort auf einem Telefon ebenfalls Daten, die ich gerne irgendwo ablegen möchte. Fotos zum Beispiel. Sollte das Gerät verloren gehen oder kaputt gehen, wäre es gut, wenn Bilder, Kontakte und Kalendereinträge mit einem Server synchronisiert würden. Auf OneDrive und Google Drive möchte ich verzichten. Nach ein bisschen Recherche bin ich auf Nextcloud gestossen. Eine Cloud Software zum selber betreiben. Alles was dafür benötigt wird, ist ein Webserver, eine Datenbank und Speicherplatz. Es gibt verschiedene Anbieter, die Nextcloud als hosting anbieten. Da ich aber bereits mein eigenes NAS betreibe, werde ich die Cloud in einer VM darauf installieren. Die Ubuntu VM ist schnell erstellt und ich kann Nextcloud installieren.
Das Handy
Beim Smartphone habe ich zwei Ziele
- Zum einen möchte ich auf Google Drive und Google Fotos verzichten
- Zum anderen möchte ich komplett auf die Google Play Services verzichten
Das erste Ziel lässt sich mit jedem Handy erreichen. Benötigt wird nur eine alternative Lösung wie Nextcloud. Da ich ja bereits meine eigene Instanz am laufen haben, kann ich Nextcloud auf meinem Smartphone einrichten.
Um das zweite Ziel zu erreichen, muss das Gerät mit einer Custom Rom neu installiert werden. Nicht jedes Handy wird unterstützt. Entweder hat man Glück oder man kauft ein entsprechendes Smartphone.
Es gibt viele verschiedene Android Varianten. Drei bekannte sind
- GrapheneOS
- LineageOS
- /e/OS
Während einiger Jahre habe ich LineageOS benutzt. Mit dem Kauf eines neuen Smartphones bin ich aber zu GrapheneOS gewechselt, weil es neben der Google-losen, sich noch mehr um Sicherheit im Gesamten kümmert.
Jede Android Variante kommt mit Standardapps. Einige mag ich mehr, andere weniger. Es dauert eine Weile, bis ich mich durchprobiert habe und Alternativen gefunden habe, um mein Handy so einzurichten, wie ich es möchte. Mit dem Ergebnis bin ich ziemlich zufrieden.
Das Backup
Zu guter Letzt, die Datensicherung. Jeder kennt die Fragen «Was, wenn etwas kaputt geht?», «Was, wenn etwas aus Versehen gelöscht wird?» oder «Was, wenn ein Hacker meine Daten zerstört?». Okay, letzteres ist, vor allem im privaten Umfeld, äusserst unwahrscheinlich, aber würde durch ein Backup trotzdem entschärft werden.
In meinem Leben habe ich Erfahrungen mit unterschiedlichen Backuplösungen gesammelt. Heutzutage empfehle ich zwei Lösungen.
- Veeam Agent
- Urbackup
Ja, ich weiss, Veeam Agent ist nicht open source, sondern von einer Firma. Aber dennoch ist es gratis und funktioniert sehr gut.
Urbackup ist zurzeit bei mir seit Jahren im Einsatz. Es ist serverbasiert und macht seinen Job. Glücklicherweise habe ich noch nie Dateien wiederherstellen müssen.
Weitere interessante sind folgende. Ich selbst habe keine Erfahrungen mit ihnen, aber sie wurden von verschiedenen Leuten empfohlen.
- restic
- Kopia
- Plakar
Schlusswort
Ich hoffe ich konnte dir zeigen, was meine Überlegungen waren und wie ich sie umgesetzt habe. Vielleicht animiert es dich das gleiche zu tun oder nur Teile davon. Vielleicht bringt es dich auf neue oder andere Ideen. Ich danke dir, dass du dir die Zeit genommen hast, über meine Projekte zu lesen. Es freut mich, falls meine Erfahrungen dir in irgendeiner Weise behilflich sind.